Dokument 02 · Kernwette I · Primärer Brückenkopf

Handelsstufe Bau & Technik

SHK-Großhandel, Baustoff-Fachhandel, Elektrogroßhandel — ein Cluster, ein Workflow

Gliederung

  1. Marktdefinition
  2. Marktstruktur & Nachfrage­treiber
  3. Aktueller Workflow
  4. Schmerz- & ROI-Analyse
  5. Produkt­passung
  6. Wettbewerbs­landschaft
  7. GTM-Strategie
  8. Implementierung & Integration
  9. Regulatorik, Datenschutz, Risiko
  10. Verdict

1. Marktdefinition

2. Marktstruktur & Nachfrage­treiber

MetrikSHKBaustoffElektroKonfidenz
DE-Marktumsatz~€20 Mrd. (-13,2 % in 2024)€20,4 Mrd.~€13,5–18 Mrd.Hoch / Hoch / Mittel
Unternehmen / StandorteDG: 54 Firmen / ~1.900 Standorte / ~5.000 Lieferfahrzeuge / >9 Mio. ArtikelBDB: 863 Firmen / 2.222 Standorte / 42.939 BeschäftigteFEGIME €1,75 Mrd. = ~13 % Markt; Sonepar DE 199 NLHoch
Verband-Seite Handwerker (TAM)ZVSHK: 48.050 Firmen / 388k Mitarbeitende / €59,12 Mrd. (-4 % 2024)n/aZVEH: 48.178 Firmen / 516.709 Mitarbeitende / €84,3 Mrd. (-4 %)Hoch
Aussagekräftige Operative Zahlen — DG Haustechnik

Der SHK-Großhandel ist einer der am stärksten quantifizierten B2B-Sektoren in DE: ~€20 Mrd. Umsatz, ~1.900 Standorte, ~5.000 Lieferfahrzeuge, ~50.000 Endkunden, >9 Mio. Artikel. Die Liefer­flotte allein ist eine massive Direkt­auslieferungs­operation — exakt der Workflow, der hier adressiert wird.

Erreichbare Top-Spieler im Mittelstand

Digitale Reife & Kunden­verhalten

Warum jetzt

  1. BayWa-Baustoffe-Restrukturierung + SHK-Insolvenzen signalisieren Margen­druck → Automatisierungs­interesse.
  2. DG Haustechnik erster Umsatz­rückgang aller Zeiten 2024 = Kosten­fokus.
  3. AI-Act-Voice-Regeln geklärt (Aug 2026 Transparenz; NICHT hochrisiko für B2B-Bestellungs­voice).
  4. Sonepar/Rexel publizieren KI im Innendienst = Top-Down-Druck auf Mittelstand-Peers.

3. Aktueller Workflow

  1. Handwerker auf Baustelle braucht Teil. Greift zum Telefon oder öffnet Handwerker­software (pds, Streit V.1, Sander+Doll, Label) → IDS-Jump in Großhandels-Webshop ODER ruft die Niederlassung (Theke) an.
  2. Theken­mitarbeiter identifiziert Artikel: ETIM-klassifizierte Suche, oft per Hersteller­nummer (z. B. Viessmann-Teilenummer), gelegentlich unscharf („die Gewinde-Reduktion 3/4 auf 1/2 verzinkt“).
  3. Mitarbeiter prüft Verfügbarkeit (Multi-Filial-Bestand), schlägt Substitution vor bei Out-of-Stock, erfasst Liefer­zeitfenster (heute Eilausgabe / heute Tour / morgen Tour), Kunden­referenz (Baustelle/Kommission) und Adresse.
  4. Auftrag in ERP eingegeben (GWS gevis dominant, SHD, enventa, KUMAvision); weiter­geleitet an Dispatch.
  5. Fehler an den Nahtstellen: falsche Dimension/Variante (DN-Werte, Spannung, ETIM-Attribut­feinheiten), falsche Liefer­adresse (Baustelle vs. Hof), übersehene Verfügbarkeit/Lieferzeit, verlorene Notiz zu Eilausgabe vs. Tour.

4. Schmerz- & ROI-Analyse

Annahmegetriebenes Modell für einen mittel­ständischen SHK-Großhandel mit 8 Niederlassungen, 60 Theken-/Innendienst-Plätzen, 500 aktiven Kunden, ~1.500 eingehenden Bestell­anrufen/Tag (8/Tag/Platz = Industriedaumenregel, geschätzt, Lücke):

SchmerzpunktAnnahmeQuellen­klasse€/Jahr
Ø Gesprächs­dauer3,5 Min × 1.500/Tag = 87,5 h/Tag Mitarbeiter­zeitgeschätztn/a
Personal voll­kosten €45/h87,5 h × €45 × 250 Tagegeschätzt€984k Telefonie­kosten
Missed-Call-Quote in Spitzen­zeiten~10 % (Handwerk-Magazin: 2/3 Kunden frustriert über Wartezeit)Mittel~€6,6 Mio. gefährdeter Umsatz (150/Tag × €350 × 50 % rückgewinnbar × 250 Tage)
Fehlartikel-Rückläufer­quote1,5–3 % der Aufträge × €350 × €25 Retour­logistik­kostengeschätzt€220k–€440k
After-Hours-Nachfrage­verlust5 % der Nachfrage außerhalb Geschäfts­zeiten, halb rückgewinnbarUnbekannt€1–3 Mio. in dieser Größe
Onboarding-Kosten / Theken-Fluktuation ~20 %/Jahr12 FTE × €15k Schulunggeschätzt€180k
Konservative ROI-Zielsetzung

Erfassung von 20 % der Telefonzeit + 30 % der Missed-Call-Umsätze€200k + €1,0 Mio. = €1,2 Mio. jährlicher Brutto­mehrwert bei einem 8-Filial-Großhandel. ACV-Ziel €60k–€120k → 10–20× ROI, Payback <6 Monate.

Sensitivität: Wenn der Voice-Agent nur €50k After-Hours rettet, aber die Personal­zeit­ersparnis hält, bleibt ROI ≥4×.

Lücke: Anruf­volumen pro Platz und Missed-Call-Quote sind die tragenden Annahmen und müssen in 5 Primär­interviews bestätigt werden, bevor GTM-Verpflichtung erfolgt.

5. Produkt­passung

Direkt abbildbare Fähigkeiten (bereits im Produkt)

Notwendige Ergänzungen

Vertikal­spezifische UI-Komponenten

Voice-Assist-Aufteilung

Overfit-Risiko: Große Gruppen (Sonepar, GC, Würth) bauen in-house; Produkt verliert auf Integrations­breite. Underfit-Risiko: SHK und Elektro haben subtil unterschiedliche ETIM-Klassen + Lieferzeiten; eine One-size-fits-all-UI kann brechen.

6. Wettbewerbs­landschaft

KategorieBeispieleWas sie lösenPosition
Vertikales ERPGWS gevis (dominant), SHD, enventa, KUMAvision, NTS-XStamm­daten, Auftrag, Faktura, BestandIntegrations­partner #1
Katalog / PIMITscope (Elektro), Nexmart (Würth), Open Datapool / ITEKArtikel­stamm, ETIMIntegrations­partner
Handwerker-Softwarepds, Streit V.1, Sander+Doll, Label, TAIFUNUpstream-Bestellung durch HandwerkerChannel-Partner (KI ins Großhandel-Kunden­telefonat)
B2B-E-Commercehagebau connect, GC-ONLINE, Sonepar Shop, RexelAppSelf-Service-WebCo-Existenz (die 50 % Nicht-Self-Service)
Contact-Center / Voice-KIParloa, Cognigy, VIER, SikomGenerisches Call-CenterWettbewerber (aber Generalist)
MarktplätzeSchüttflix, Klarx, CosunoBeschaffung, SourcingAdjacent
Manuelle AlternativeTheken­mitarbeiter + ERP + Notiz­zettelStatus quoZu ersetzen

Keil: Vertikales Voice + Live-Assist mit ETIM/Open Masterdata/IDS-Connect eingebaut. Weder Parloa/Cognigy (kein vertikaler Katalog) noch GWS (kein Voice) noch pds (auf der anderen Seite des Anrufs) besetzen ihn. Konfidenz Hoch, dass dieser Whitespace in DE bis Ende 2026 offen ist.

7. GTM-Strategie

Bester ICP
Mittel­ständischer SHK- oder Elektro­großhandel, 3–15 Niederlassungen, €50–€300 Mio. Umsatz, unabhängig oder Mitglied einer Einkaufs­kooperation (Mitegro/FEGIME), GWS gevis oder enventa ERP.
Wirtschaftlicher Käufer
Geschäfts­führer / Vertriebs­leitung. Überwiegend familien­geführt — schnelle Entscheidungen bei klarem Wert.
Champion
Leiter Verkauf-Innendienst / Theken­leiter (gefühlter Schmerz).
Blocker
IT (oft an ERP-Partner ausgelagert) + Datenschutz­beauftragter (Anruf­aufzeichnungs­einwilligung).
Trigger-Events
Theken-Stelle >90 Tage unbesetzt; neuer GF tritt an; ERP-Migration auf GWS gevis; Kooperations­digitalisierungs­initiative.
Outbound-Angles
„Sie verlieren €X/Tag durch verpasste Theken-Anrufe“; „GWS-zertifizierte Sprach-KI“; „IDS-Connect-ready“; „BayWa-Lehre: digitalisieren bevor die Marge schmilzt“.
Sales-Narrative
„Sonepar & Rexel investieren €150 Mio./Jahr in KI im Innendienst — wir bringen das für €50k zu Ihrem 8-Filial-Großhandel.“
Pilot-Design
1 Niederlassung, 8 Wochen, opt-in nur; KPIs = Bearbeitungs­zeit, Missed-Call-Quote, Auftrags­genauigkeit; €0 upfront, €0 erste 4 Wochen.
Verkaufs­zyklus
8–16 Wochen Unabhängige; 6–12 Monate Gruppen.
Referenzen
1 SHK + 1 Elektro bis Q3 — Referenz­fähigkeit innerhalb Mitegro/FEGIME schaltet 100+ Peers frei.
Expansion
1 Niederlassung → 8 Niederlassungen → Kooperations­rollout → cluster­übergreifend (SHK ↔ Elektro). ARR pro Multi-Filial-Kunde €120k–€500k.
Pricing-Hypothese
Pro Niederlassung monatlich (€600–€1.200) + Pro Auftrag Success-Fee (€0,10–€0,30). Oder Flat €80k für 8 Niederlassungen inkl. 5.000 Voice-Agent-Anrufe/Monat.
Kanäle
GWS-Partner; ERP-Integratoren (Sangross, EITCO); Verbands­sponsoring (DG Haustechnik, ZVEI/FEGIME-Kongresse); ITscope-Marketplace-Listing.

8. Implementierung & Integration

9. Regulatorik, Datenschutz, Risiko

10. Verdict

Entscheidung

Verfolgen. Primärer Brückenkopf.

Konfidenz: Hoch auf Opportunität; Mittel-Hoch auf Umsetzungs­geschwindigkeit.

Bester Keil: Mittel­ständischer SHK- + Elektro­großhandel mit GWS gevis ERP, 5–15 Niederlassungen, Mitegro-/FEGIME-Mitglied.

Erstkunden­profil: Eisen-Fischer-artig oder FAMO-Gruppe-artig — mittel­ständisch, regional.

Beweis zum Weiter­machen: 2 zahlende Pilots in 90 Tagen; ≥30 % Reduktion der Theken-Bearbeitungs­zeit; ≥40 % Missed-Call-Rückgewinnung.

Abbruch­kriterien: Wenn nach 6 Monaten keine Kooperations-Warm-Intro konvertiert oder Call-Handle-Reduktion <15 %, depriorisieren.

Nächste 5 Validierungs­schritte

  1. 5 Primär­interviews mit GF / Innendienst-Leitern bei SHK- + Elektro-Mittelstand-Großhändlern.
  2. Tech-POC: Open-Masterdata-Pull + ETIM v9 + GWS-API-Zugangs­dokumentation.
  3. Warm-Intros über Mitegro / FEGIME / hagebau connect.
  4. Theken-Anruf­volumen und Missed-Call-Quote quantifizieren (die große Lücke).
  5. Ersten Design­partner mit €0 Pilot, 8 Wochen, locken.